Lenningen, 13.08.2010
URL: http://www.lenningen.de/sehenswuerdigkeiten_ausflugsziele.html
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Sperberseck |
Sulzburg |
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Wielandstein |
An romantischer Lage im Ortsteil Schlattstall entspringt am "Goldloch", einer wasserführenden Höhle, die Schwarze Lauter. Sie ist eine von mehreren Quellen in Schlattstall. Der Wasserstand dieser Quellen schwankt bedingt durch ihre Eigenschaft als Karstquellen stark. Mehrere Sagen ranken sich um diesen Ort. So sollen riesige Vögel einen Goldschatz im Goldloch bewacht haben. |
Die Gustav – Jakob – Höhle liegt auf der Markungsgrenze zu Erkenbrechtsweiler und ist von dort von der Burgruine Hofen über sehr schmale Waldpfade zu erreichen. Sie stellt die längste natürliche Durchgangshöhle der Schwäbischen Alb dar, Sie durchbricht den Burgberg der Ruine Hofen ca. 500m östlich von Grabenstetten. Den Südeingang erreicht man sehr einfach, indem man direkt an der Hangkante über eine Felsstufe absteigt. Außerdem kann man diese Höhle über einen Pfad, der 50m südwestlich am äußersten Wallrest steil den Felsen hinab geht, erreichen. Die Höhle hat auf der Nordseite 13m unter der Hangkante einen zweiten Eingang, welcher jedoch von oben sehr schwer zu erreichen ist. Das Befahren der Höhle selbst ist ungefährlicher als die Wege zur Höhle. Da diese am Steilhang zur Höhle führen, können sie schon bei feuchtem Wetter gefährlich rutschig sein. Bei entsprechender Vorsicht kann die Höhle von Kindern mit erwachsener Begleitung besucht werden. Die Höhle ist zum Schutz der Fledermäuse während ihres Winterschlafs von 15. November bis 15. April geschlossen. 1936 wurde die Höhle offiziell von Gustav Fetzer und Jakob Kazmeier entdeckt und erhielt durch sie später den Namen Gustav-Jakob-Höhle. In dieser Zeit wurden die engsten Stellen der Höhle künstlich erweitert. Mit ihrer Gesamtlänge von 427 m und einem Höhenunterschied von 32 m, ist sie die längste Höhle des Lenninger Tals. Der Höhlengang der „Gustl“, die kein Wasser führt, ist mit Ausnahme der Hallen eng und in einigen Passagen so niedrig, dass nur mit Kriechen (=Schlufen) ein Weiterkommen möglich ist. Raumbeschreibung der Höhle Beschreibung des Hauptgangs Am Südeingang der Gustav – Jakobs – Höhle findet man eine geräumige Nische, die vor allem durch Frostverwitterung entstanden ist. Der Haupteingang öffnet sich entlang einer Kluft, direkt hinter einem Nischenende. Nach ca. 10m erhöht sich dieser Gang zu so genannten „Hohen Kluft“, in deren unterem Teil man zum „Parisanengitter“ kommt, welches ein altes unverschlossenes Eisengitter darstellt. Folgt man dem dahinter fortlaufenden Gang, so findet man dort einen geräumigen Schichtfugengang mit Kastenprofil und glitschigem Untergrund. Am Ende dieses Schichtfugenganges wird der Gang durch eine Kluft spaltenartig und biegt nun rechts ab. Man erreicht nach wenigen Metern eine kleine Erweiterung mit einer Bodensinterstufe, welche künstlich erweitert wurde und als „Touristenpforte“ benannt wird. An dieser „Touristenpforte“ teilt sich der Gang. Steigt man ca. 3m geradeaus auf, so gelangt man in die „Große Lehmschluf“, welche ein weiteres Durchdringen der Höhle unmöglich macht. Folgt man dem Hauptgang, so kommt man nach ca. 6m an die „Touristenquetsche“, welche künstlich erweitert wurde. 7m dahinter findet man links einen massigen Stalagmiten, hinter dem sich der Gang auf einer Kluft zum „Fledermausgang“ erweitert. Dieser schmale und hohe Gang verändert sich nach 8m zu einem elliptischen Röhrenprofil mit einer horizontalen Erweiterung durch eine Fuge. Am Ende dieses Abschnittes muss man durch einen künstlichen Durchlass krabbeln, damit man die „Halle I“ erreicht. Diese Halle stellt einen runden, stark versinterten Schlotraum dar. Geht man den Hauptgang weiter, so durchquert man den „Nagelschluf“, welcher anfangs kluftfugengebunden ist und anschließend schichtfugengebunden wird. Nach einer kurzen Kluftstrecke findet man am Boden eine Rinne, danach beginnt ein Krabbelgang mit schichtfugengebundenem Pilzprofil. Dieses Profil verändert sich schließlich von einer Ellipse zu einer Röhre, an deren feinen Querklüften man Reihen kleiner Sinterröhrchen findet. Der Hauptgang setzt sich in Richtung Norden fort und wenig später folgt eine winkelige, etwas flacher werdende Kluftstrecke. Man findet dort eine makkaronibesetzte Decke vor. Links, auf einer kreuzenden Querkluft, findet man große Sinterbecken, welche bei Schneeschmelze stark mit Wasser gefüllt sind. Geht man in nördlicher Richtung weiter, verengt sich der Hauptgang zu einen rechteckigen Schluf, der breiter und höher wird und anschließend zum Nordeingang führt, der auf einer kleinen Felsterasse sitzt. |
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Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die am Ende des Tiefentals in Gutenberg hoch über dem Ort liegende Gutenberger Höhle sowie die Gußmannshöhle. Die Höhlen sind entweder von Gutenberg über den Wanderweg vom Tiefental oder von oben her vom "Höhlenparkplatz", dem Parkplatz an der Kreisstraße von Schopfloch Richtung Krebsstein, erreichbar. Die Gutenberger Höhle ist eine Karsthöhle mit sehr schönem
Tropfsteinschmuck. Sie hat eine Gesamtlänge von rund 200 m und besteht aus
insgesamt sieben Hallen. Der 17 m lange Vorplatz der Gutenberger Höhle war als
"Heppenloch" schon lange bekannt. Die Höhle selbst wurde 1889/90 bei Grabungen
durch den Schwäbischen Höhlenverein entdeckt. Wenn im Frühjahr die Fledermäuse ihren Winterschlaf beendet haben beginnt am 1.Mai die Saison für die Gutenberger Höhlen wieder. Auf sicheren Wegen und unter fachkundiger Führung wird dem Besucher der Einblick in geheimnisvolle Tiefen ermöglicht. Einzigartige Tropfsteinformen verwandeln die wundersame Dunkelheit in eine mystische Märchen- und Sagenwelt.Höhlen üben seit jeher einen besondere Faszination auf die Menschen aus und sind deshalb ein besonderer Anziehungspunkt für viele Wanderer, Ausflügler und Schulklassen. Besuchen sie die Höhlen doch auch einmal wieder, denn Höhlen sind mehr als dunkle Hohlräume, sie haben Geschichte und sie bewahren Geschichte. Führungen durch die Gutenberger Höhle finden samstags von 13 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von 10 bis 17. Uhr statt. Gruppenführungen sind nach telefonischer Voranmeldung auch unter der Woche möglich. In den Sommerferien finden mittwochnachmittags Führungen von 13 bis 16 Uhr statt. Ansprechpartner dafür ist die Ortschaftsverwaltung Gutenberg Tel.07026 7822.Bei durchgehend schlechtem Wetter bleibt die Höhle geschlossen. In der Teilungshalle an diesem großen Felsblock an der Decke hat sichs eine Fledermaus gemütlich gemacht. Auch durch die Führungen lässt sie sich nicht stören.
Ganz im Gegenteil sie ist der Star. Die Gußmannshöhle, nur rund 100 m neben der Gutenberger Höhle gelegen, wurde im Jahr 1890 ebenfalls von Pfarrer Karl Gußmann entdeckt. Sie ist 55 m lang und besteht aus 4 Hallen. Die Gussmannshöhle steht seit Saisonbeginn am 1.Mai 2008 nach aufwendigen Fels-Sicherungsarbeiten im Eingangsbereich auch wieder für Führungen offen und kann besichtigt werden. Führungen durch die Gutenberger Höhle sowie die Gußmannshöhle finden von Mai
bis Mitte Oktober von 13.00 bis 17.00 Uhr sowie sonn-
und feiertags von 10.00 bis 17.00 Uhr
statt. Zum Schutz der Fledermäuse sind die Höhlen von Ende Oktober bis Ende April geschlossen! ÖFFNUNGSZEITEN: Zum Schutz der Fledermäuse bleiben die Höhlen von Anfang November bis Ende
April geschlossen! EINTRITTSPREISE (für beide Höhlen):
Pauschal für Gruppen unter der Woche, Gruppen unter 15
Personen:
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Das Kesselfinkenloch ist eine bemerkenswerte Höhlenruine am Albtrauf bei Hochwang. Es handelt sich um ein im Grundriss etwa 10 x 15 m großes und über 10 m tiefes Loch, auf dessen Boden die Felstrümmer der eingestürzten Höhlendecke liegen. Unmittelbar am Steilabfall der Albtraufkante blieb ein letzter Rest dieser Höhle mitsamt dem ehemaligen Höhleneingang als Felsenbrücke erhalten. Das Kesselfinkenloch liegt direkt am Albvereinsweg am Albtrauf südlich von Hochwang. Vom Wanderparkplatz am Ende der Hochwang-Steige ist es in Kürze in südlicher Richtung zu erreichen. Im Dreißigjährigen Krieg soll die Höhle als Zufluchtsort gedient haben. Ein Kesselflicker namens Fink soll sie damals bewohnt haben. Daher der Name.
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Der Konradfels, südwestlich von Oberlenningen, ca. 50 Höhenmeter unterhalb des Albtraufs, ist eine Besonderheit in mehrfacher Hinsicht. Das besondere an diesem Felsen ist sein Gestein. Es ist nicht, wie man auf der Schwäbischen Alb erwarten würde, Jurakalk. Dieser Fels ist der Rest eines ehemaligen Vulkanschlots. Er ist im Vergleich zu den hellen Oberjura-Felsen der Umgebung auffallend dunkel gefärbt. Als herausragender, isolierter Fels aus Vulkangestein gehört er zu den besonders eindrucksvollen Zeugnissen des Schwäbischen Vulkans. Wie sonst nirgends ist der Schlotstiel so schön als Felsnadel aus dem Oberjura herauspräpariert. Das weitere extravagante ist aber etwas anderes: Am Konradfels geht der Kompass falsch. Der Vulkantuff enthält neben den Mineralien Olivin, Augit, Melilith und Nephelin auch einen hohen Anteil magnetischer Mineralien. Diese Magnetisierung kann normalerweise nur mit empfindlichen Messinstrumenten nachgewiesen werden; so spürt man die Vulkanschlote unter Boden und Vegetation auf. Beim Konradfels genügt jedoch ein einfacher Kompass. In einem definierten Bereich am südlichen Hangfuß des Felsens zeigt die Magnetnadel eine Missweisung um 180°. Die Abweichung vom normalen magnetischen Erdfeld ist so groß, dass man eine zusätzliche Verstärkung der Magnetisierung durch einen Blitzschlag vermutet. Man erreicht den Konradfelsen von Oberlenningen auf dem steilen Wanderweg
nach Grabenstetten, von einem Parkplatz unterhalb Hochwang am Albtrauf entlang
und später noch etwas abwärts in Richtung Oberlenningen oder von Grabenstetten
auf dem Wanderweg nach Oberlenningen. Vom Tal von Oberlenningen aus ist der Fels
im dichten Waldmantel des Albtraufs nur schwer zu erkennen. Der Wanderweg
Oberlenningen - Grabenstetten führt direkt am Fels vorbei. Jedoch ist der Fels
auch vom Wanderweg aus nicht sehr gut ersichtlich. Deshalb sollte man ihn in der
vegetationslosen Jahreszeit aufsuchen. Dann macht der Fels mehr Eindruck und
wird nicht von Bäumen und Büschen weitgehend bedeckt.
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Die Sankt Martinskirche in Oberlenningen Die evangelische Martinskirche ist die älteste Kirche im Lenninger Tal und
wohl eine Missionskirche, eine Filiale der Kirchheimer Martinskirche, deren
fränkischer Ursprung feststehen dürfte. Ob mit der Kirchengründung der Ort
entstanden ist, bleibt fraglich, da der Name Oberlenningen auf alemannische
Gründer hinweist.
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Nach der Reformation wurden in die Seitenschiffe große Fenster eingebrochen,
um für den evangelischen Predigtgottesdienst den Innenraum heller zu machen. In
der Barockzeit erfolgte der Einbau der Orgel und einer einseitigen Empore, ein
Rokoko-Orgelprospekt kam später hinzu. Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertags |
Das Museum für Papier- und Buchkunst im Schlössle Die historische Bausubstanz des alten Lenninger Ortsadelssitzes, des Schlössles in
Oberlenningen ist ein geradezu idealer Rahmen für das im 2. Stock untergebrachte
"Museum für Papier- und Buchkunst". Dieses ist in seiner Einmaligkeit inzwischen
zu einem Anziehungspunkt vieler Interessentinnen und Interessenten aus dem In-
und Ausland geworden. |
Auf 200 m² befindet sich ein Museum, bei dem auch die Grenzbereiche
künstlerischen Schaffens und Experimente nicht ausgespart bleiben. Dabei werden
vor allem die Arbeiten deutscher und wenig bekannter Künstler ausgestellt. Ziel
des Museums ist es, mehr Verständnis für den künstlerischen Umgang mit dem
Material Papier zu wecken. Eintritt: Rauminstallation vom 21. März bis 29. August 2010 Vernissage: Sonntag, 21.03.2010 / 11.00 Uhr |
Das Obere Lenninger Tal mit seinen Seitentälern gehört mit einer Fläche von
knapp 600 ha zu den größten Naturschutzgebieten im Regierungsbezirk
Stuttgart. |
In Schopfloch befindet sich im ehemaligen Steinbruch Lauster an der Straße
Richtung Ochsenwang das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. Es wurde im Juli
1996 eröffnet, ist als gemeinnützige Stiftung organisiert und wird gemeinsam vom
Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Esslingen getragen. Die Aufgaben des
Naturschutzzentrums bestehen in der Information der Bevölkerung über Natur- und
Umweltschutz, die Betreuung von Naturschutzgebieten, die Organisation der
Landschaftspflege sowie die Koordinierung von Naturschutzaktivitäten.
Kontakt:
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Weitere Informationen: |
Die im Zentrum des Ortsteils Gutenberg stehende Nikolauskirche wurde 1865
erbaut. Wer die Kirche besichtigen möchte, kann sich im Pfarrhaus in der Donntalstr. 5 melden. Bitte wenn möglich telefonisch anmelden unter Telefonnummer 07026/3034. |
Die Gemeinde Lenningen verfügt seit Oktober 2003 als einzige Gemeinde im
Lautertal über einen Obst- und Waldlehrpfad. Dank dem tatkräftigen Einsatz des
Obst- und Gartenbauvereins Unterlenningen konnte dieser Lehrpfad entstehen. In
der Anlage eines Obst- und Waldlehrpfades sieht der Obst- und Gartenbauverein
einen wesentlichen Beitrag zur Einhaltung des landwirtschaftlich prägenden
Obstbaus in Lenningen. Der Weg beginnt in Unterlenningen auf der bestehenden
Zufahrtsstraße in Richtung Sportgelände Bühl. Bereits unmittelbar nach dem
Ortsende informiert eine Tafel über die Anlage des Obst- und Waldlehrpfades, der
an der ehemaligen Hopfenburg beginnt und durch die Gewanne Weingartäcker, Hohe Reute
und Bühl führt. Ein Gesamtbestand von über 100 Bäumen bildet ein breites
Spektrum des heimischen Streuobstbaus des Waldes und Waldrandes ab. Ruhebänke
entlang des Weges laden zum Verweilen ein. Aufgrund der besonderen ökologischen
Bedeutung von Streuobstwiesen ist deren Pflege, Erhaltung und Neuanlage
wünschenswert. Besonders wichtig ist die Pflege der Jungbäume. Dazu gehört der
jährliche „Erziehungsschnitt“ dessen Folge ein stabiles Kronengerüst ist. Später
reicht es, den Baum nach Bedarf auszuschneiden. Für viele bedrohte Vogelarten
sind Streuobstwiesen letzte Rückzugsgebiete in unserer Kulturlandschaft.
Obstbäume sind seit Jahrhunderten unverzichtbare Begleiter des Menschen.
Streuobstwiesen prägen und beleben das Landschaftsbild. Gerade die Obstblüte im
Frühjahr bietet einen sehr schönen Anblick. Als Streuobstbäume werden
hochstämmige, robuste Obstbäume im Garten, am Orts- und Straßenrand und vor
allem auf Wiesen bezeichnet. Ursprünglich war für den Streuobstanbau sicherlich
der Beitrag zur Ernährung ausschlaggebend. Zwischen dem 8. und 15. Jahr setzen
bei Hochstamm-Obstbäumen die Obsterträge ein. Jährlich können dann 100 bis 500
kg Früchte pro Baum geerntet werden. |
Das Schlössle in Oberlenningen Das Ortsbild von Oberlenningen wird wesentlich geprägt vom "Schlössle", das sich auf einer Anhöhe oberhalb der Lauter über dem
alten Ortskern erhebt. Das Gebäude wurde im Jahr 1983 von der Gemeinde Lenningen
erworben, um es als historisches Gebäude und Kulturdenkmal zu erhalten. In den
folgenden Jahren wurde das Schlössle mit erheblichem Aufwand renoviert und
restauriert. 1992 konnte es dann seiner neuen Bestimmung übergeben werden: Im 1.
Stock befindet sich seitdem die neue Gemeindebücherei und im 2. Stock das
neugeschaffene "Museum für Papier- und Buchkunst". Förderkreis Schlössle Programm |
Hausmuseum im Lenninger Schlössle neu eingerichtet 2005 wurde im Oberlenninger Schlössle im vorderen Gewölbekeller ein Hausmuseum eingerichtet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es werden Zufallsfunde gezeigt, die bei der Renovierung des 400 Jahre alten Renaissancebaus zutage kamen. Es handelt sich meist um Abfall. Denn Jahrhunderte lang entsorgten die Bewohner des Fachwerkbaus ihren Müll auf die damals übliche Weise: Sie warfen ihn in die Abortfallgrube, vergruben ihn im Keller oder stopften ihn durch die Löcher der stark abgetragenen Fußbodendielen in die Hohlräume über den Kellergewölben. Einiges verschwand unfreiwillig in den Bodenritzen. Mancher Unrat wird auch wohl die Lauter hinunter geflossen sein. Eine geregelte Müllabfuhr gibt es erst seit Beginn des 20.Jahrhunderts in den Städten. Bisher waren die Funde nur zum Teil und nur in ungenügender Weise ausgestellt. Eine 3000,00 Euro-Spende des Förderkreises Schlössle erleichterte dem Lenninger Gemeinderat den Entschluss, der Museumseinrichtung mit einem Gesamt-Kostenaufwand von 10.000,00 Euro zuzustimmen. Als idealer Ort für die Präsentation fand sich der rechte Kellerraum im UG des Schlössle, welcher bisher nur unzureichend genutzt war. Nach Neueinrichtung mit dem nötigen Mobiliar und Vitrinen wurde ein Fachmann mit Auswahl und Einrichtung des Hausmuseums beauftragt. Der Restaurator Erwin Raff wählte im Sommer 2005 aus den Funden die Ausstellungsobjekte aus und ordnete sie thematisch in den einzelnen Vitrinen anschaulich, übersichtlich mit knappen Beschreibungen. Reste von Bau - und Gebrauchskeramik bilden den größten Bestand. Alle anderen Funde stehen hinter dieser Materialgruppe naturgemäß zurück. Der Restaurator hat aus den Fragmenten so ausgewählt, dass ein möglichst breites Spektrum von Objekten über den Alltag von damals erzählt. Ein Hauch vom ehemaligen Adelssitz haftet den Butzenscheiben in den alten Bleifassungen an, ebenfalls die Reste der üppig verzierten, grün glasierten Ofenkacheln mit herzoglichen Wappen. Die zahlreichen Scherben der handwerklich hergestellten Hafnerware weisen auf die Typenvielfalt hin. Die Töpferware diente der Vorratshaltung und als Koch- und Essgeschirr. In den verschieden großen Schüsseln wurden die Speisen zubereitet und so auf den Tisch gebracht. Daraus aß man gemeinsam. Andere Scherben geben Einblick in vergessene Bräuche. Es sind Deckel von Nachgeburtstöpfen ausgestellt. Die Nachgeburt so würdig zu bestatten war bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts üblich. Eine mit Draht zusammengeflickte Abdeckhaube für das Feuerloch weist auf das sparsame Haushalten hin. Äußerst mager war die Ausbeute der Kleinfunde an Glasscherben. Hausrat aus Glas war teuer und rar. Im Katasteramt sind 1823 ein Seiler, ein Weber, ein Schuster und ein Schneider als Eigentümer des einst adeligen Hauses verzeichnet. Diese Handwerkerfamilien hatten auch noch Anteile an den dazugehörigen Scheuern und Nebengebäuden und verfügten über Baum - und Grasgärten. So lässt sich daraus schließen, dass sie auch eine bescheidene Landwirtschaft umgetrieben haben. Was mögen die Familien aus der gemeinsamen Schüssel gelöffelt haben? Tierknochen zeigen, dass zwar Fleisch auf den Tisch kam. Jedoch sind die gefundenen Mengen für die langen Zeiträume recht gering. Eier- und Muschelschalen und über hundert Schneckengehäuse lagen unter den Böden. Schnecken in einer sauren Brühe sei ein typisches Fastenzeitessen gewesen. Die tägliche Nahrung wurde zumeist aus den Früchten des Ackers, Linsen, Bohnen, Erbsen gekocht und dazu den Mehlbrei. Eine Roggenähre aus dem 19. Jahrhundert zeigt im Vergleich mit einer heutigen Ähre, was durch Züchtung und Düngung erreicht wurde. Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bedeuteten Missernten Hungersnot, die auch Todesopfer forderte. Die Auswanderungen nach Amerika 1846 bis 49 wurden, wie landesüblich, auch von der Oberlenninger Gemeinde mitfinanziert. Zerrissene Leinenstrümpfe, löchrige Kinderleinenschuhe, ein zerfleddertes Kinderkleid aus Leinen sind in der Latrine gefunden worden. Handspindeln und Spinnwirtel mit verschiedenen Verzierungen erinnern daran, wie noch bis vor Jahrzehnten die Mädchen und Frauen in den Lichtstuben beisammen waren. Flick -und Nähutensilien seien im ganzen Haus verstreut gefunden worden. Und ein wenig Kinder -Krims -Krams kam auch aus der "Fundgrube" zutage: Tonmurmeln, Holzkreisel und Kegel, ein Gummisauger, ein Holzpüpple. Fast zu übersehen sind Papierfetzen aus einem Gebet- oder Liederbuch. Nicht in jedem Haus war eine Bibel. Doch die Sprüche und Lieder aus solchen Andachtsbüchern geleiteten die einfachen Menschen in ihren oft kargen Alltag hinein. Der vordere Gewölbekeller im Schlössle ist ein idealer Ort für das Hausmuseum mit den Zufallsfunden. Spuren von den noblen Erbauern mögen nostalgische Gefühle wecken; die Reste der nachfolgenden Hausbewohner geben einen Einblick in jene Zeiten ,als einfache Leute nicht nur ihre Suppe gemeinsam auslöffeln mussten. Das Hausmuseum kann während den üblichen Öffnungszeiten der Bücherei und des Museums für Papier- und Buchkunst besichtigt werden: Di. 11-18 Uhr, Mi. 15-18 Uhr, Do. 15-19.30 Uhr, Fr. 14-18 Uhr, Sa. 10-12 Uhr und So. 14-17 Uhr. Erika Hillegaart |
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Förderkreis Schlössle Kulturinteressierte Bürger und Bürgerinnen gründeten im Jahr 1982 den
"Förderkreis Schlössle" . Der Förderkreis nimmt denkmalpflegerische
und kulturelle Aufgaben rund um's Schlössle wahr. Zusammen mit der Gemeindebücherei bietet der Förderkreis mehrmals im Jahr kulturelle Veranstaltungen an. Werden Sie Mitglied im Förderkreis Schlössle. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben. Kontaktadresse: Förderkreis Schlössle, Schlossrain 15, 73252
Lenningen Spendenkonto: Volksbank Kirchheim-Nürtingen eG, Konto-Nr. 377 22 0000 BLZ 612 901 20 |
Im Südosten des Landkreises Esslingen liegt malerisch eingebettet zwischen
den Tälern von Lindach und Lauter die Schopflocher Alb. Sie ist ein
halbinselartiger Ausläufer des Albtraufs im Bereich der Kirchheimer Alb. Über
den Sattelbogen steht die Schopflocher Berghalbinsel mit dem Teckberg in
Verbindung. Ihre Hochfläche zeigt das abwechslungsreiche Relief eines durch
Kuppen und Trockentäler geprägten Hügellandes. Eine landschaftliche Besonderheit
stellen die beiden Naturschutzgebiete "Randecker Maar" und "Schopflocher
Torfmoor" dar, die auf vulkanische Ereignisse vor 16 - 20 Mio. Jahren im
Zeitalter des Miozän zurückgehen. |
Eine landschaftliche Besonderheit im Karstgebiet der Schwäbischen Alb stellt das Schopflocher Moor dar. Seine Entstehung verdankt das Schopflocher Moor einer wasserstauenden Tonschicht, welche durch Verwitterung des Basalttuffes eines Vulkanschlotes entstand. Sie verhinderte die Versickerung des Oberflächenwassers in das klüftige Kalkgestein. Der an dieser Stelle ursprüngliche vorhandene Maarsee ist im Laufe der Zeit verlandet. Begünstigt durch die hohen Niederschläge am Albtrauf konnte sich hier das einzige größere Hochmoor der Schwäbischen Alb entwickeln. |
Von Ende des 18. Jahrhunderts an bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im
Schopflocher Moor Torf abgebaut. Diese Eingriffe, verbunden mit einer
großflächigen Entwässerung, führten schließlich zum Ruin dieses einzigartigen
Kleinods. 1931 gelang es dem Schwäbischen Albverein mit staatlicher
Unterstützung die letzten verbleibenden Torfhügel zu erwerben. |
Die trockengelegten Flächen wurden früher landwirtschaftlich genutzt. Da die
Wiesen erst im Spätsommer oder Herbst gemäht werden konnten, diente das Heu
vorwiegend zur Stalleinstreu. Auf diesen spätgemähten, sog. Streuwiesen,
entwickelte sich eine besonders artenreiche Pflanzenwelt. Die Landwirtschaft hat
die Bewirtschaftung längst aufgegeben. Heute werden diese Wiesen im Auftrag des
Naturschutzes gemäht, um die Standorte seltener Pflanzenarten zu erhalten. Noch
finden sich im Schopflocher Moor kleinflächig Restbestände einer typischen
Moorflora. Ihr zukünftiges Vorkommen wird aber davon abhängig, ob es gelingen
wird, die Bedingungen für das Moor insgesamt wieder zu verbessern. Weitere Informationen: |