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Ausstellungskonzept
Das Lenninger Museum für Papier- und Buchkunst ist nahezu einmalig mit
seinem Ausstellungskonzept. Es bietet eine Ausstellung, die Werke
moderner Papierkunst im Gewand des historischen Denkmals, des Oberlenninger
Schlössle, präsentiert. Das Museum will zu einer neuen Sicht auf das so
alltägliche Material Papier beitragen. Deshalb werden neben einem kurzen
Abriss über die Geschichte der Papierherstellung vor allem aktuelle
künstlerische Arbeiten aus Papier vorgestellt. Die Abteilungen Buchobjekte
und Papierkunst präsentieren zwei Kunstrichtungen, die sich noch sehr lebendig
weiterentwickeln und gerade in den letzten Jahren spannende Arbeiten
hervorgebracht haben.
Das Museum zeigt, wie vielfältig und lebendig die Auseinandersetzung mit
Papier und Buch in der Gegenwart ist.
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Anlass und Stifter
Anlass für die Museumsgründung 1992 war die Erfindung des
Kunstdruckpapiers vor damals 100 Jahren. Der Papierfabrikant Adolf Scheufelen
nahm in Oberlenningen 1892 die erste Streichmaschine auf dem europäischen
Kontinent in Betrieb, mit der das hochwertige Kunstdruckpapier hergestellt
werden konnte. Zu diesem Jubiläum stiftete die Papierfabrik Scheufelen
der Gemeinde ein Museum für Papier- und Buchkunst. Das Unternehmen besorgte die
Museumskonzeption, sowie die Inneneinrichtung. Die Exponate erwarb 2010 der
Förderkreis Schlössle und stellt sie der Gemeinde Lenningen als Dauerleihgabe
zur Verfügung.
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Architektur
Nach der aufwendigen und gelungenen Renovierung des Schlössle in Oberlenningen ist es aufs beste gelungen, das
architektonische Denkmal aus dem 16. Jahrhundert und die moderne Nutzung als
Museum in harmonischen Einklang zu bringen. Sinn war es, die Museumsgestaltung
nicht in Konkurrenz zu der historischen Architektur treten zu lassen; die
Kunstwerke sind im Innern aufgestellt und die architektonische Hülle ist nicht
angetastet. Die sachliche und zurückhaltende Darstellung entspricht einerseits
dem Präsentationskonzept und fügt sich andererseits nahtlos in die Anforderungen
des Denkmalschutzes ein. Historisches Denkmal und moderne museale Nutzung
ergänzen sich auf diese Weise optimal.
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Die einzelnen Abteilungen des Museums:
Die historische Abteilung gibt in einem kurzen Abriß die
Geschichte des Papiers mit handgeschöpften Papiersorten aus aller Welt
wieder.
Mit dem Bereich Papierkunst wird eine vergleichsweise junge
Kunstform vorgestellt, die eine eigenständige ästhetische Qualität entwickelt
hat. Neben Arbeiten von Hort Antes, Oskar Holweck, Dorothea Reese-Heim werden
auch drei Papier-Raum-Installsationen im Museum zu finden
sein.
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Moderne Papierkunst entsteht in Europa Anfang des 20.
Jahrhunderts. Zunächst verwenden Pablo Picasso und Georges Braque
Zeitungsschnipsel und Tapetenfetzen für ihre >papiers collès<. Aus der
Papiercollage entwickelt sich die Decollage: Auf die Struktur der Oberfläche
kommt es an, das Bild wird zum Relief. Die Künstler bearbeiten bedrucktes oder
unbedrucktes, meist aber industriell gefertigtes Papier. Anders die Entwicklung
in Amerika, wo in den 50er Jahren das handgeschöpfte Papier eine Renaissance
erlebt. Der noch nasse Faserbreit wird jetzt als Werkstoff entdeckt, der fast
beliebig manipuliert werden kann.
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Schon beim Entstehungsprozeß können die Künstler die Papiermasse (Pulp) nach ihren Bedürfnissen formen und gestalten. Der Pulp ermöglicht eine freie, auch dreidimensionale Gestaltung. Papierkunst ist heute aktueller als je zuvor. Sie ist in vielen Ländern verbreitet und hat sich zu einer eigenständigen Sparte innerhalb der bildenden Kunst emanzipiert.
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In der Abteilung Buchkultur werden Bücher ausgestellt, die
von bildenden Künstlern konzipiert und gestaltet wurden. Neben dem kleinsten
Buch der Welt sind auch zahlreiche Handpressendrucke zu
sehen.
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Nicht erst seit Johannes Gutenbergs Erfindung des Druckens mit
seriell hergestellten Lettern um 1450 sind Bücher ein Bestandteil der Kultur.
Schon die reich illustrierten mittelalterlichen Handschriften sind mehr als
reine Lesebücher. Der Einband, der Lederrücken, die grafische Gestaltung, die
Typografie, die Bildillustrationen - dies alles sind künstlerische Elemente, die
über den konkreten Nutzen des Buches als Leseobjekt hinausweisen.
Die sogenannten Künstlerbücher erheben den Anspruch, selbst Kunstwerk zu
sein. Die Lesbarkeit des Inhalts spielt eine untergeordnete Rolle, durch die
Abfolge von einzelnen Blättern sind sie aber noch eindeutig als Buch erkennbar.
Künstlerbücher fordern vom Betrachter Toleranz, geben Anlass zum
Nachdenken.
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Während die illustrative Buchkunst seit Jahrhunderten bekannt ist, sind die Künstlerbücher eine relativ junge Kunstform. Im ersten Drittel dieses Jahrhunderts haben sich die Dadaisten, die Futuristen und die Surrealisten mit dem Buch als Kunstwerk auseinandergesetzt. Seit den 60er Jahren ist das Buch in der Kunst wieder aktuell geworden.
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Die Buchobjekte, denen ein eigener Raum gewidmet ist, sind
der äußeren Form nach zwar noch als Bücher zu erkennen; es handelt sich
hierbei aber um Kunstobjekte, die nicht mehr lesbar sind. Ausgestellt werden
unter anderem Werke von Vito Capone, Hermann Gruber, Wolfang Nieblich, Dieter
Roth, Martin Schwarz, Wolf Vostell.
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Buchobjekte sind Kunstwerke, die keine Bücher mehr sind. Sie haben
den äußeren Anschein eines Buches, können aber im herkömmlichen Sinn nicht mehr
"gelesen" werden. Buchobjekte erfordern vom Betrachter eine neue, erweiterte
Leseart, die neben der gedanklichen Auseinandersetzung alle Sinne zu neuen
Erfahrungen anregt. Als Kunstwerke sind sie eher dem Bereich der Skulptur als
dem der bibliophilen Welt zuzuordnen.
Die Kunst hat die Buchobjekte - ähnlich wie die Künstlerbücher -
erst im 20. Jahrhundert entdeckt. Seit etwa 1970 ist eine verstärkte
Auseinnandersetzung mit dem Buch festzustellen. Buchobjekte sind eine
künstlerische Antwort auf die Ausbreitung der elektronischen Medien, die immer
mehr Bilder und Symbole produzieren. Einer unübersichtlichen und schnelllebigen
Medienwelt gegenüber ist das Buch beständig - als Lesebuch und als
Kunstwerk.
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In einer "Kinderecke" gibt es u.a. einige sehr
wertvolle Antiquariate zu sehen. Hier stehen auch Papier, Schere, Klebstoff und
Farbstifte bereit, mit denen gebastelt und gestaltet werden kann. Anregungen für
kreatives Arbeiten bieten die Ausstellungsobjekte aus dem gesamten
Museumsbereich.
In einem Rückblick wird auf die Bedeutung des
Papiers als Spielzeugmaterial für historische Papiertheater und Scherenschnitte
hingewiesen.
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Preise, Führungen
MUSEUM FÜR PAPIER- UND BUCHKUNST SCHLOßRAIN 15 73252
LENNINGEN
Öffnungszeiten: Samstag 10.00 - 12.00 Uhr, Sonntag
14.00 - 17.00 Uhr.
Eintritt: Erwachsene: 2,00
Euro Studenten/Rentner: 1,00 Euro Schüler: 0,50 Euro
Weitere
Informationen erhalten Sie beim Bürgermeisteramt Lenningen, Telefon
07026/609-14, E-Mail b.dieterich@lenningen.de. (Gruppenführung
sind auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten möglich).
Postanschrift: Papierfabrik Scheufelen 73250
Lenningen
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Anfahrt
 Klicken Sie auf den Plan um ihn zu vergrößern
Anfahrt:
Mit dem Auto: BAB-Anschlußstelle Kirchheim unter Teck, Abfahrt
Kirchheim/Lenningen, auf der B 465 Richtung Lenningen (ca. 12 km bis
Oberlenningen).
Routenplaner
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Aus Richtung
Stuttgart oder Tübingen mit dem Regionalexpress bis Wendlingen, von dort mit
der Regionalbahn entweder bis Kirchheim unter Teck oder Oberlenningen und dann
mit dem Bus Linie 156 bis Oberlenningen, Linie 177 bis Schopfloch oder Linie 179
von Unter- oder Oberlenningen nach Hochwang.
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