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Eine reizvolle Landschaft erwartet den Besucher in der Gemeinde Lenningen:
Tropfsteinhöhlen, Kletter- und Aussichtsfelsen, Burgruinen, eine Vielzahl gut
markierter Wanderwege und ein Torfmoor. Aber auch reich an Baudenkmälern sind
die 7 Ortsteile der Gemeinde.
Nicht's wie hin...zum Beispiel mit der Bahn (Elektronische Fahrplanauskunft)
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Burgruinen
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Rauber Auf einem Felsbrocken über dem
Sattelbogen bei Lenningen-Brucken mit schönem Blick ins Lautertal und zur Burg
Teck liegt die Burgruine Rauber, die ab dem Wanderparkplatz Rauberwiese an der K
1253 (oberhalb der Ochsenwanger Steige kurz vor Ochsenwang rechts abzweigen) in
ca. 20. Minuten zu Fuß erreicht werden kann, zuerst der Straße entlang bis
zum Hof Diepoldsburg, dann weiter auf einem breiten Wanderweg. Der Rauber war
früher ein Teil der Burganlage Diepoldsburg zu der auch die an der Stelle des
heutigen Gutes stehende zweite Burg gehörte. Die Herren von Diepoldsburg wurden
Anfang des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich als Besitzer der gesamten
Diepoldsburg erwähnt. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde in den Urkunden erstmals
zwischen der oberen Diepoldsburg und der unteren Diepoldsburg unterschieden, die
Ende des 16. Jahrhunderts Rauber genannt wurde. Der Sitz gehörte Anfang des 16.
Jahrhunderts den Speth von Sulzburg und wurde kurz darauf wohl verlassen und
zerfiel. 1964/65 wurden die Umfassungsmauern restauriert.
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Sperberseck Die Burgruine liegt hoch über dem
Donntal und ist zu Fuß erreichbar in jeweils ca. 45 Min. ab dem Parkplatz an der
B 465 vor Gutenberg, aus Richtung Oberlenningen kommend, oder ab dem
Wanderparkplatz an der B 465, Abzweigung Richtung Römerstein. Erbaut wurde
die Anlage im 12. Jahrhundert (vor 1140) von den Herren von Sperberseck, die
zuerst in zähringischen, später in teckschen und dann in württembergischen
Diensten waren. Die Burg wurde Anfang des 15. Jahrhunderts als Wohnsitz
aufgegeben und verfiel. Heute sind von der Burganlage noch teilweise die Grund-
und Schildmauern erhalten.
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Sulzburg Die Ruine Sulzburg liegt auf
einem Vulkanembryo über dem Lautertal bei Unterlenningen, von wo aus sie in etwa
einer Viertelstunde bequem ereicht werden kann. Von hier geht der Blick hinunter
ins Lenninger Tal. Seit dem 14. Jahrhundert erscheint die Sulzburg in Urkunden.
Die ersten bekannten Besitzer waren die Herren von Neidlingen. Ab ca. 1395 war
die Sulzburg württembergisches Lehen eines Zweigs der Herren von Speth, der sich
Speth von Sulzburg nannte.
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Rekonstruktionsversuch (Quelle Dieter Graf Stuttgart 1994) |
Während des 30-jährigen Kriegs wurde die Burg von kaiserlichen Truppen
besetzt und zerstört, doch später wieder aufgebaut. Nachdem die Speth
ausgestorben waren, erhielt 1650 Philipp Ludwig von Cannstatt die Sulzburg als
Lehen. Dessen Töchter verkauften die Anlage 1692 an die Herzoginmutter Magdalena
Sibylle, die in Kirchheim residierende Witwe Herzog Wilhelm Ludwigs. Bis gegen
1700 wohnte ein alter Burgvogt oben, dann wurde das seit langem baufällige
Gemäuer unbewohnbar. 1966/67 wurde die Ruine gesichert und teilweise
wiederaufgebaut.
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Wielandstein Die Burg Wielandstein steht zwei Kilometer
südöstlich von Oberlenningen auf einer Felsnadel über dem Tobeltal. Ab
Oberlenningen (parken beim Sportplatz) steigt man auf schattigem Wanderweg,
markiert mit einer roten Raute, in ca. 45 Min. hinauf. Die Urkunden nennen
als erste Bewohner seit 1240 die Herren von Wielandstein, ritterliche
Dienstmannen der Herzöge von Teck, die die Burg jedoch bereits um 1330 aufgaben.
Schon damals bestand die Anlage aus drei hintereinander liegenden Burgen. Die
Württemberger Grafen gelangten 1386 in den Besitz der Burg, die 1478 der
Adelsfamilie Schilling als freies Eigentum übergeben wurde. Bereits zu jener
Zeit waren die beiden westlichen Teile nicht mehr bewohnbar, auch der Rest
zerfiel langsam. 1525 wurde die Burg im Bauernkrieg vollends verwüstet und
gelangte 1553 in den Besitz der Gemeinde Oberlenningen, die das zerfallene
Gemäuer als Steinbruch benützte. 1976-79 wurden die Reste von der Gemeinde
Lenningen mit Hilfe der örtlichen Vereine freigelegt und gesichert.
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Goldloch in Schlattstall
An romantischer Lage im Ortsteil Schlattstall entspringt
am "Goldloch", einer wasserführenden Höhle, die Schwarze Lauter. Sie
ist eine von mehreren Quellen in Schlattstall. Der Wasserstand dieser Quellen
schwankt bedingt durch ihre Eigenschaft als Karstquellen stark. Mehrere Sagen
ranken sich um diesen Ort. So sollen riesige Vögel einen Goldschatz im Goldloch
bewacht haben.
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Gustav-Jakob-Höhle
Carmen Rausche, Grabenstetten |
Die Gustav – Jakob – Höhle liegt auf der Markungsgrenze zu Erkenbrechtsweiler
und ist von dort von der Burgruine Hofen über sehr schmale Waldpfade zu
erreichen.
Sie stellt die längste natürliche Durchgangshöhle der Schwäbischen Alb dar,
Sie durchbricht den Burgberg der Ruine Hofen ca. 500m östlich von Grabenstetten.
Den Südeingang erreicht man sehr einfach, indem man direkt an der Hangkante über
eine Felsstufe absteigt. Außerdem kann man diese Höhle über einen Pfad, der 50m
südwestlich am äußersten Wallrest steil den Felsen hinab geht, erreichen. Die
Höhle hat auf der Nordseite 13m unter der Hangkante einen zweiten Eingang,
welcher jedoch von oben sehr schwer zu erreichen ist. Das Befahren der Höhle
selbst ist ungefährlicher als die Wege zur Höhle. Da diese am Steilhang zur
Höhle führen, können sie schon bei feuchtem Wetter gefährlich rutschig sein.
Bei entsprechender Vorsicht kann die Höhle von Kindern mit erwachsener
Begleitung besucht werden. Die Höhle ist zum Schutz der Fledermäuse während
ihres Winterschlafs von 15. November bis 15. April geschlossen.
1936 wurde die Höhle offiziell von Gustav Fetzer und Jakob Kazmeier entdeckt
und erhielt durch sie später den Namen Gustav-Jakob-Höhle. In dieser Zeit wurden
die engsten Stellen der Höhle künstlich erweitert.
Mit ihrer Gesamtlänge von 427 m und einem Höhenunterschied von 32 m, ist sie
die längste Höhle des Lenninger Tals.
Der Höhlengang der „Gustl“, die kein Wasser führt, ist mit Ausnahme der
Hallen eng und in einigen Passagen so niedrig, dass nur mit Kriechen (=Schlufen)
ein Weiterkommen möglich ist.
Raumbeschreibung der Höhle
Beschreibung des Hauptgangs
Am Südeingang der Gustav – Jakobs – Höhle findet man eine geräumige Nische,
die vor allem durch Frostverwitterung entstanden ist. Der Haupteingang öffnet
sich entlang einer Kluft, direkt hinter einem Nischenende. Nach ca. 10m erhöht
sich dieser Gang zu so genannten „Hohen Kluft“, in deren unterem Teil man zum
„Parisanengitter“ kommt, welches ein altes unverschlossenes Eisengitter
darstellt. Folgt man dem dahinter fortlaufenden Gang, so findet man dort einen
geräumigen Schichtfugengang mit Kastenprofil und glitschigem Untergrund. Am Ende
dieses Schichtfugenganges wird der Gang durch eine Kluft spaltenartig und biegt
nun rechts ab. Man erreicht nach wenigen Metern eine kleine Erweiterung mit
einer Bodensinterstufe, welche künstlich erweitert wurde und als
„Touristenpforte“ benannt wird.
An dieser „Touristenpforte“ teilt sich der Gang. Steigt man ca. 3m geradeaus
auf, so gelangt man in die „Große Lehmschluf“, welche ein weiteres Durchdringen
der Höhle unmöglich macht. Folgt man dem Hauptgang, so kommt man nach ca. 6m an
die „Touristenquetsche“, welche künstlich erweitert wurde. 7m dahinter findet
man links einen massigen Stalagmiten, hinter dem sich der Gang auf einer Kluft
zum „Fledermausgang“ erweitert. Dieser schmale und hohe Gang verändert sich nach
8m zu einem elliptischen Röhrenprofil mit einer horizontalen Erweiterung durch
eine Fuge. Am Ende dieses Abschnittes muss man durch einen künstlichen Durchlass
krabbeln, damit man die „Halle I“ erreicht.
Diese Halle stellt einen runden, stark versinterten Schlotraum dar. Geht man
den Hauptgang weiter, so durchquert man den „Nagelschluf“, welcher anfangs
kluftfugengebunden ist und anschließend schichtfugengebunden wird.
Nach einer kurzen Kluftstrecke findet man am Boden eine Rinne, danach beginnt
ein Krabbelgang mit schichtfugengebundenem Pilzprofil. Dieses Profil verändert
sich schließlich von einer Ellipse zu einer Röhre, an deren feinen Querklüften
man Reihen kleiner Sinterröhrchen findet.
Der Hauptgang setzt sich in Richtung Norden fort und wenig später folgt eine
winkelige, etwas flacher werdende Kluftstrecke. Man findet dort eine
makkaronibesetzte Decke vor. Links, auf einer kreuzenden Querkluft, findet man
große Sinterbecken, welche bei Schneeschmelze stark mit Wasser gefüllt sind.
Geht man in nördlicher Richtung weiter, verengt sich der Hauptgang zu einen
rechteckigen Schluf, der breiter und höher wird und anschließend zum Nordeingang
führt, der auf einer kleinen Felsterasse sitzt.
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Carmen Rausche, Grabenstetten |
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Gutenberger Höhle
Eine besondere Sehenswürdigkeit sind die am Ende des Tiefentals in Gutenberg
hoch über dem Ort liegende Gutenberger Höhle sowie die Gußmannshöhle. Die Höhlen
sind entweder von Gutenberg über den Wanderweg vom Tiefental oder von oben her
vom "Höhlenparkplatz", dem Parkplatz an der Kreisstraße von Schopfloch Richtung
Krebsstein, erreichbar.
Die Gutenberger Höhle ist eine Karsthöhle mit sehr schönem
Tropfsteinschmuck. Sie hat eine Gesamtlänge von rund 200 m und besteht aus
insgesamt sieben Hallen. Der 17 m lange Vorplatz der Gutenberger Höhle war als
"Heppenloch" schon lange bekannt. Die Höhle selbst wurde 1889/90 bei Grabungen
durch den Schwäbischen Höhlenverein entdeckt. Die Entstehung verdankt die
Höhle dem Schopflocher Moor (Torfmoor). Die Funde aus den Gutenberger Höhlen
sind heute größtenteils im Heimatmuseum in Kirchheim und im Staatlichen Museum
für Naturkunde in Stuttgart ausgestellt.
Wenn im Frühjahr die Fledermäuse ihren Winterschlaf beendet haben beginnt am
1.Mai die Saison für die Gutenberger Höhlen wieder. Auf sicheren Wegen und unter
fachkundiger Führung wird dem Besucher der Einblick in geheimnisvolle
Tiefen ermöglicht. Einzigartige Tropfsteinformen verwandeln die wundersame
Dunkelheit in eine mystische Märchen- und Sagenwelt.Höhlen üben seit jeher einen
besondere Faszination auf die Menschen aus und sind deshalb ein besonderer
Anziehungspunkt für viele Wanderer, Ausflügler und Schulklassen. Besuchen sie
die Höhlen doch auch einmal wieder, denn Höhlen sind mehr als dunkle Hohlräume,
sie haben Geschichte und sie bewahren Geschichte. Führungen durch die
Gutenberger Höhle finden samstags von 13 bis 17 Uhr und sonn- und feiertags von
10 bis 17. Uhr statt. Gruppenführungen sind nach telefonischer Voranmeldung auch
unter der Woche möglich. In den Sommerferien finden mittwochnachmittags
Führungen von 13 bis 16 Uhr statt. Ansprechpartner dafür ist die
Ortschaftsverwaltung Gutenberg Tel.07026 7822.Bei durchgehend schlechtem Wetter
bleibt die Höhle geschlossen.
In der Teilungshalle an diesem großen Felsblock an der
Decke hat sichs eine Fledermaus gemütlich gemacht. Auch durch die Führungen
lässt sie sich nicht stören.

Ganz im Gegenteil sie ist der Star.
Die Gußmannshöhle, nur rund 100 m neben der Gutenberger
Höhle gelegen, wurde im Jahr 1890 ebenfalls von Pfarrer Karl Gußmann entdeckt.
Sie ist 55 m lang und besteht aus 4 Hallen.
Die Gussmannshöhle steht seit Saisonbeginn am 1.Mai 2008 nach aufwendigen
Fels-Sicherungsarbeiten im Eingangsbereich auch wieder für Führungen offen und
kann besichtigt werden.
Führungen durch die Gutenberger Höhle sowie die Gußmannshöhle finden von Mai
bis Mitte Oktober von 13.00 bis 17.00 Uhr sowie sonn-
und feiertags von 10.00 bis 17.00 Uhr
statt. Gruppenführungen sind nach telefonischer Voranmeldung auch unter der
Woche möglich. Ansprechpartner dafür ist die Ortschaftsverwaltung in
Gutenberg.
Zum Schutz der Fledermäuse sind die Höhlen von Ende Oktober bis Ende April
geschlossen!
ÖFFNUNGSZEITEN: Mai bis Oktober (von Nov. bis April
wegen Fledermausschutz g e s c h l o s s e
n)
Samstags:
13.00 - 17.00 Uhr Sonn- und Feiertags: 10.00 - 17.00
Uhr
AUSKUNFT: Ortschaftsverwaltung
Gutenberg, Telefon 07026/7822. Mo.-Fr. 9.00 - 12.00 Uhr, Mo. 15.00 - 18.00
Uhr.
Zum Schutz der Fledermäuse bleiben die Höhlen von Anfang November bis Ende
April geschlossen!
Ab dem 02.11.2007 ist die Höhle zum Winterschlaf der
Fledermäuse dann geschlossen. Bären, Murmeltiere, Fledermäuse haben eines
gemeinsam, um das sie mancher Mensch beneidet: Sie halten Winterschlaf. Jetzt
ist es bald wieder so weit. Die Zeichen stehen auf Winter. Das spüren Mensch und
Tier. Die Fledermäuse ziehen sich jetzt wieder in Ihre Winterquartiere zurück.
Deshalb haben die Gutenberger Höhlen ab dem 2.November 2007 bis zum 30. April
2008 geschlossen. Das Schließen von Höhlen und Stollen über die Winterzeit - den
Winterquartieren der Fledermäuse- hat sich für die Tiere bezahlt gemacht, denn
die Population der Tiere hat dadurch zu- und nicht
abgenommen.
EINTRITTSPREISE (für beide Höhlen):
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Erwachsene
Einzelpersonen |
2,50 EUR
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Kinder (von 4 bis 16
Jahre) |
1,50 EUR
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Gruppen (ab 15
Personen) |
2,30 EUR
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Schulklassen (über 15
Pers.) |
1,30 EUR |
Pauschal für Gruppen unter der Woche, Gruppen unter 15
Personen:
| Kinder
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20,00 EUR |
| Erwachsene |
30,00 EUR |
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Kesselfinkenloch
Das Kesselfinkenloch ist eine bemerkenswerte Höhlenruine am Albtrauf bei
Hochwang. Es handelt sich um ein im Grundriss etwa 10 x 15 m großes und über 10
m tiefes Loch, auf dessen Boden die Felstrümmer der eingestürzten Höhlendecke
liegen. Unmittelbar am Steilabfall der Albtraufkante blieb ein letzter Rest
dieser Höhle mitsamt dem ehemaligen Höhleneingang als Felsenbrücke erhalten. Das
Kesselfinkenloch liegt direkt am Albvereinsweg am Albtrauf südlich von
Hochwang.
Vom Wanderparkplatz am Ende der Hochwang-Steige ist es in Kürze in südlicher
Richtung zu erreichen.
Im Dreißigjährigen Krieg soll die Höhle als Zufluchtsort gedient haben. Ein
Kesselflicker namens Fink soll sie damals bewohnt haben. Daher der Name.
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Konradfels
Der Konradfels, südwestlich von Oberlenningen, ca. 50 Höhenmeter unterhalb
des Albtraufs, ist eine Besonderheit in mehrfacher Hinsicht. Das besondere an
diesem Felsen ist sein Gestein. Es ist nicht, wie man auf der Schwäbischen Alb
erwarten würde, Jurakalk. Dieser Fels ist der Rest eines ehemaligen
Vulkanschlots. Er ist im Vergleich zu den hellen Oberjura-Felsen der Umgebung
auffallend dunkel gefärbt. Als herausragender, isolierter Fels aus Vulkangestein
gehört er zu den besonders eindrucksvollen Zeugnissen des Schwäbischen Vulkans.
Wie sonst nirgends ist der Schlotstiel so schön als Felsnadel aus dem Oberjura
herauspräpariert.
Das weitere extravagante ist aber etwas anderes: Am Konradfels geht der
Kompass falsch. Der Vulkantuff enthält neben den Mineralien Olivin, Augit,
Melilith und Nephelin auch einen hohen Anteil magnetischer Mineralien. Diese
Magnetisierung kann normalerweise nur mit empfindlichen Messinstrumenten
nachgewiesen werden; so spürt man die Vulkanschlote unter Boden und Vegetation
auf. Beim Konradfels genügt jedoch ein einfacher Kompass. In einem definierten
Bereich am südlichen Hangfuß des Felsens zeigt die Magnetnadel eine Missweisung
um 180°. Die Abweichung vom normalen magnetischen Erdfeld ist so groß, dass man
eine zusätzliche Verstärkung der Magnetisierung durch einen Blitzschlag
vermutet.
Man erreicht den Konradfelsen von Oberlenningen auf dem steilen Wanderweg
nach Grabenstetten, von einem Parkplatz unterhalb Hochwang am Albtrauf entlang
und später noch etwas abwärts in Richtung Oberlenningen oder von Grabenstetten
auf dem Wanderweg nach Oberlenningen. Vom Tal von Oberlenningen aus ist der Fels
im dichten Waldmantel des Albtraufs nur schwer zu erkennen. Der Wanderweg
Oberlenningen - Grabenstetten führt direkt am Fels vorbei. Jedoch ist der Fels
auch vom Wanderweg aus nicht sehr gut ersichtlich. Deshalb sollte man ihn in der
vegetationslosen Jahreszeit aufsuchen. Dann macht der Fels mehr Eindruck und
wird nicht von Bäumen und Büschen weitgehend bedeckt.

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Martinskirche in Oberlenningen
Die Sankt Martinskirche in Oberlenningen
Die evangelische Martinskirche ist die älteste Kirche im Lenninger Tal und
wohl eine Missionskirche, eine Filiale der Kirchheimer Martinskirche, deren
fränkischer Ursprung feststehen dürfte. Ob mit der Kirchengründung der Ort
entstanden ist, bleibt fraglich, da der Name Oberlenningen auf alemannische
Gründer hinweist. Kirchengründung und Vorgängerbauten liegen im Dunkeln. Der
Charakter der heutigen Kirche wird wesentlich durch die romanische
Säulenbasilika des 11. Jahrhunderts bestimmt: die breite Säulenstellung und die
schmucklosen Polsterkapitelle fallen aus der deutsch-romanischen Baukunst
heraus. Das Kirchenschiff wurde im 14. Jahrhundert mit Fresken ausgemalt, die
teilweise wieder freigelegt wurden. Ende des 15. Jahrhunderts wurde ein
spätgotischer Chor mit fünfgeschossigem Turm
angebaut.

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Nach der Reformation wurden in die Seitenschiffe große Fenster eingebrochen,
um für den evangelischen Predigtgottesdienst den Innenraum heller zu machen. In
der Barockzeit erfolgte der Einbau der Orgel und einer einseitigen Empore, ein
Rokoko-Orgelprospekt kam später hinzu. Außen an der Kirche erinnert eine
Tafel an den Oberlenninger Pfarrer Julius von Jan, der am Bußtag 1938 in seiner
Predigt über das Prophetenwort "O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort" die
Reichsprogrammnacht verurteilte und dafür ins Gefängnis kam.
Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertags
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Museum für Papier- und Buchkunst
Das Museum für Papier- und Buchkunst im Schlössle
Die historische Bausubstanz des alten Lenninger Ortsadelssitzes, des Schlössles in
Oberlenningen ist ein geradezu idealer Rahmen für das im 2. Stock untergebrachte
"Museum für Papier- und Buchkunst". Dieses ist in seiner Einmaligkeit inzwischen
zu einem Anziehungspunkt vieler Interessentinnen und Interessenten aus dem In-
und Ausland geworden. "Bücher, die man nicht lesen und Papier, das man nicht
beschreiben kann" bilden diese Ausstellung. Thema der neuen Kultureinrichtung
ist die künstlerische Bearbeitung von Papier und Papierprodukten. Es werden die
Werke von Künstlern ausgestellt, die sich mit der Materie Buch und Papier
auseinandersetzen. Die Museumskonzeption wurde von der Papierfabrik Scheufelen
in Oberlenningen anlässlich der 100-jährige Wiederkehr der Erfindung des
Kunstdruckpapiers durch den Papierfabrikanten Adolf Scheufelen erstellt. Die
Exponate erwarb 2010 der Förderkreis Schlössle und stellt sie der Gemeinde
Lenningen als Dauerleihgabe zur Verfügung.
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Auf 200 m² befindet sich ein Museum, bei dem auch die Grenzbereiche
künstlerischen Schaffens und Experimente nicht ausgespart bleiben. Dabei werden
vor allem die Arbeiten deutscher und wenig bekannter Künstler ausgestellt. Ziel
des Museums ist es, mehr Verständnis für den künstlerischen Umgang mit dem
Material Papier zu wecken.
Öffnungszeiten: Samstag 10.00 -
12.00 Uhr, Sonntag 14.00 - 17.00 Uhr.
Eintritt: Erwachsene: 2,00 Euro Studenten/Rentner: 1,00 Euro Schüler: 0,50
Euro
Unser erfahrenes Personal führt Sie auch gerne an Ihrem Wunschtermin
durch das Museum. Vereinbaren Sie einfach einen Termin. Birgit Dieterich organisiert gerne eine Führung für Sie. Rufen Sie einfach an.
Telefon 07026/609-14.
Eintritt Gruppenführung: Bis 15 Personen 30,00
Euro - über 15 Personen 2,00 Euro pro Person (jeweils Eintritt und
Führung).
Neu Rauminstallation vom 21. März
bis 29. August 2010 Vernissage: Sonntag, 21.03.2010 / 11.00
Uhr
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Naturschutzgebiet Oberes Lenninger Tal mit Seitentälern
Das Obere Lenninger Tal mit seinen Seitentälern gehört mit einer Fläche von
knapp 600 ha zu den größten Naturschutzgebieten im Regierungsbezirk
Stuttgart. Kennzeichnend ist seine Vielgestaltigkeit: Laubwälder, Felsen,
Heiden, Feuchtgebiete sowie eine große Zahl von Quellen und Höhlen bilden ein
reichhaltiges Biotopmosaik. Der Erhalt dieser Lebensraumvielfalt mit zahlreichen
seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten in einem großen,
zusammenhängenden Gebiet, ist der wesentliche Schutzzweck. Herausragend ist das
Obere Lenninger Tal auch aufgrund seiner höhlenkundlichen Bedeutungen. Nur an
wenigen Orten im Land finden sich so viele Quellen wie hier.
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Naturschutzzentrum
In Schopfloch befindet sich im ehemaligen Steinbruch Lauster an der Straße
Richtung Ochsenwang das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. Es wurde im Juli
1996 eröffnet, ist als gemeinnützige Stiftung organisiert und wird gemeinsam vom
Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Esslingen getragen. Die Aufgaben des
Naturschutzzentrums bestehen in der Information der Bevölkerung über Natur- und
Umweltschutz, die Betreuung von Naturschutzgebieten, die Organisation der
Landschaftspflege sowie die Koordinierung von Naturschutzaktivitäten. Zur
Information über Natur- und Umweltthemen werden naturkundliche Führungen,
Vorträge, Seminare und Fachtagungen angeboten. Die Naturerziehung von Kindern
und Schulklassen bildet dabei einen Arbeitsschwerpunkt des Zentrums. Im Naturschutzzentrum können eine Dauerausstellung über Landschaft und
Lebensräume der Schwäbischen Alb sowie wechselnde Sonderausstellungen besichtigt
werden. Für Kinder steht ein Spielraum zur Verfügung. Der Eintritt ist
kostenlos.
Öffnungszeiten:
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Sommerhalbjahr |
(15.04 - 14.10) |
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Di. - Fr. 14.00 - 17.00 Uhr |
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Sonntag 11.00 - 17.00 Uhr |
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Winterhalbjahr |
(15.10 - 14.04) |
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Di. - Fr. 14.00 - 17.00 Uhr |
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jeweils 1. Sonntag im Monat 11.00 - 17.00 Uhr |
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Eintritt |
(freier Eintritt) |
Kontakt:
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Nikolauskirche in Gutenberg
Die im Zentrum des Ortsteils Gutenberg stehende Nikolauskirche wurde 1865
erbaut. An ihrer Stelle stand bereits vorher eine „Kapelle St. Nikolaus“,
welche 1437 erstmals erwähnt wurde. Dieser Tage erst wurde die
Nikolauskirche vollständig renoviert. Begonnen wurde mit der Rundumerneuerung im
Frühjahr 1999, abgeschlossen wurde sie im April 2005. Zunächst wurde
die Außenfassade abgedichtet und abgestrahlt und dann der gesamte Dachstuhl
ausgebessert sowie die Turmfassade erneuert. Die Innenrenovierung musste
zunächst aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden, konnte dann in den
Folgejahren dank tatkräftigem Einsatz vieler Helfer jedoch auch
durchgeführt werden. Die Kirche erstrahlt nun in neuem Glanz und dank der
neuen und helleren Farben im Inneren des Gotteshauses herrscht nun eine
wesentlich freundlichere Atmosphäre.

Wer die Kirche besichtigen möchte, kann sich im Pfarrhaus in
der Donntalstr. 5 melden. Bitte wenn möglich telefonisch anmelden
unter Telefonnummer 07026/3034.
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Obst- und Waldlehrpfad Unterlenningen
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Die Gemeinde Lenningen verfügt seit Oktober 2003 als einzige Gemeinde im
Lautertal über einen Obst- und Waldlehrpfad. Dank dem tatkräftigen Einsatz des
Obst- und Gartenbauvereins Unterlenningen konnte dieser Lehrpfad entstehen. In
der Anlage eines Obst- und Waldlehrpfades sieht der Obst- und Gartenbauverein
einen wesentlichen Beitrag zur Einhaltung des landwirtschaftlich prägenden
Obstbaus in Lenningen. Der Weg beginnt in Unterlenningen auf der bestehenden
Zufahrtsstraße in Richtung Sportgelände Bühl. Bereits unmittelbar nach dem
Ortsende informiert eine Tafel über die Anlage des Obst- und Waldlehrpfades, der
an der ehemaligen Hopfenburg beginnt und durch die Gewanne Weingartäcker, Hohe Reute
und Bühl führt. Ein Gesamtbestand von über 100 Bäumen bildet ein breites
Spektrum des heimischen Streuobstbaus des Waldes und Waldrandes ab. Ruhebänke
entlang des Weges laden zum Verweilen ein. Aufgrund der besonderen ökologischen
Bedeutung von Streuobstwiesen ist deren Pflege, Erhaltung und Neuanlage
wünschenswert. Besonders wichtig ist die Pflege der Jungbäume. Dazu gehört der
jährliche „Erziehungsschnitt“ dessen Folge ein stabiles Kronengerüst ist. Später
reicht es, den Baum nach Bedarf auszuschneiden. Für viele bedrohte Vogelarten
sind Streuobstwiesen letzte Rückzugsgebiete in unserer Kulturlandschaft.
Obstbäume sind seit Jahrhunderten unverzichtbare Begleiter des Menschen.
Streuobstwiesen prägen und beleben das Landschaftsbild. Gerade die Obstblüte im
Frühjahr bietet einen sehr schönen Anblick. Als Streuobstbäume werden
hochstämmige, robuste Obstbäume im Garten, am Orts- und Straßenrand und vor
allem auf Wiesen bezeichnet. Ursprünglich war für den Streuobstanbau sicherlich
der Beitrag zur Ernährung ausschlaggebend. Zwischen dem 8. und 15. Jahr setzen
bei Hochstamm-Obstbäumen die Obsterträge ein. Jährlich können dann 100 bis 500
kg Früchte pro Baum geerntet werden. Ein Großteil der Bevölkerung versorgte
sich mit Frischobst oder verarbeitete die Ernte zu Fruchtsaft, Most oder
Dörrobst. Typische Obstwiesen werden intensiv gepflegt und bewirtschaftet.
Infolge einer langjährigen, ungestörten Entwicklung können sich Tier- und
Pflanzen Welt in geradezu idealer Weise aufeinander einstellen. Ein Paradies für
die Tierwelt ist entstanden. Streuobstwiesen zeichnen sich durch einen besonders
hohen Tierartenreichtum aus. Die Obstbaumblüten sind reiche Nahrungsquellen für,
Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Durch den Insektenreichtum sind Obstwiesen
wiederum für Insekten fressende Vögel und Fledermäuse bedeutsam. Unter den
Obstbäumen locken faulende Früchte sowie Wiesenblumen unzählige Schmetterlinge,
Fliegen, Wespen, Käfer und Vögel an. Von besonderer Bedeutung ist der
Höhlenreichtum aller Obstwiesen. Hiervon profitieren auch zahlreiche Tiere:
höhlenbrütende Vögel wie Käuzchen, Fledermäuse und
Eichhörnchen.
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Schlössle mit Hausmuseum
Das Schlössle in Oberlenningen
Das Ortsbild von Oberlenningen wird wesentlich geprägt vom "Schlössle", das sich auf einer Anhöhe oberhalb der Lauter über dem
alten Ortskern erhebt. Das Gebäude wurde im Jahr 1983 von der Gemeinde Lenningen
erworben, um es als historisches Gebäude und Kulturdenkmal zu erhalten. In den
folgenden Jahren wurde das Schlössle mit erheblichem Aufwand renoviert und
restauriert. 1992 konnte es dann seiner neuen Bestimmung übergeben werden: Im 1.
Stock befindet sich seitdem die neue Gemeindebücherei und im 2. Stock das
neugeschaffene "Museum für Papier- und Buchkunst". Nicht ohne Grund wird das
Schlössle als "denkmalpflegerischer Glücksfall" bezeichnet. Es wurde in den
Jahren 1593 - 1596 von den Herren Schilling von Cannstatt erbaut und stellt
einen charakteristischen Ortsadelssitz des späten Mittelalters dar. Eine
denkmalpflegerische Rarität ist das Gebäude, weil es nach seiner Entstehung nie
grundlegend umgebaut oder verjüngt wurde und deshalb bei seiner Renovierung noch
überraschend viel von seiner ursprünglichen Ausstattung
zeigte. Denkmalpflegerische Zielsetzung bei der Renovierung war, das Gebäude
in seinem ursprünglichen Zustand möglichst unberührt zu erhalten, zu reparieren,
jedoch nichts auszutauschen oder hinzuzufügen. Selbst wenn hinsichtlich der
späteren Nutzung in Einzelfällen Kompromisse gemacht werden mussten, konnte die
vorgefundene Bausubstanz doch mit allen ihren Funden möglichst unberührt,
lediglich restauriert und, wo unumgänglich ergänzt, in ihrem Befund erhalten
bleiben. Dabei wurde das Fachwerk wieder vollständig freigelegt und die roten
Fachwerkfassungen und rot-schwarzen Bandelierungen unter dem Dach wieder in der
ursprünglich farblichen Fassung aufgetragen. Die Fensterfronten in den Stuben
des 1. und 2. Stockwerks konnten nach Funden zuverlässig restauriert werden,
wobei die gelbe Farbe der Ziehläden der früheren Bemalung entspricht. In den
Innenräumen konnten unter anderem umfangreiche Wand- und Deckenbemalungen
konserviert und freigelegt werden.
Förderkreis Schlössle Programm
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Hausmuseum im Lenninger Schlössle neu eingerichtet
2005 wurde im Oberlenninger Schlössle im vorderen Gewölbekeller ein
Hausmuseum eingerichtet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es werden
Zufallsfunde gezeigt, die bei der Renovierung des 400 Jahre alten
Renaissancebaus zutage kamen. Es handelt sich meist um Abfall. Denn Jahrhunderte
lang entsorgten die Bewohner des Fachwerkbaus ihren Müll auf die damals übliche
Weise: Sie warfen ihn in die Abortfallgrube, vergruben ihn im Keller oder
stopften ihn durch die Löcher der stark abgetragenen Fußbodendielen in die
Hohlräume über den Kellergewölben. Einiges verschwand unfreiwillig in den
Bodenritzen. Mancher Unrat wird auch wohl die Lauter hinunter geflossen sein.
Eine geregelte Müllabfuhr gibt es erst seit Beginn des 20.Jahrhunderts in den
Städten.
Bisher waren die Funde nur zum Teil und nur in ungenügender Weise
ausgestellt. Eine 3000,00 Euro-Spende des Förderkreises Schlössle erleichterte
dem Lenninger Gemeinderat den Entschluss, der Museumseinrichtung mit einem
Gesamt-Kostenaufwand von 10.000,00 Euro zuzustimmen.
Als idealer Ort für die Präsentation fand sich der rechte Kellerraum im UG
des Schlössle, welcher bisher nur unzureichend genutzt war. Nach Neueinrichtung
mit dem nötigen Mobiliar und Vitrinen wurde ein Fachmann mit Auswahl und
Einrichtung des Hausmuseums beauftragt. Der Restaurator Erwin Raff wählte
im Sommer 2005 aus den Funden die Ausstellungsobjekte aus und ordnete sie
thematisch in den einzelnen Vitrinen anschaulich, übersichtlich mit knappen
Beschreibungen.
Reste von Bau - und Gebrauchskeramik bilden den größten Bestand. Alle anderen
Funde stehen hinter dieser Materialgruppe naturgemäß zurück. Der Restaurator hat
aus den Fragmenten so ausgewählt, dass ein möglichst breites Spektrum von
Objekten über den Alltag von damals erzählt. Ein Hauch vom ehemaligen Adelssitz
haftet den Butzenscheiben in den alten Bleifassungen an, ebenfalls die Reste der
üppig verzierten, grün glasierten Ofenkacheln mit herzoglichen Wappen. Die
zahlreichen Scherben der handwerklich hergestellten Hafnerware weisen auf die
Typenvielfalt hin. Die Töpferware diente der Vorratshaltung und als Koch-
und Essgeschirr. In den verschieden großen Schüsseln wurden die Speisen
zubereitet und so auf den Tisch gebracht. Daraus aß man gemeinsam. Andere
Scherben geben Einblick in vergessene Bräuche. Es sind Deckel von
Nachgeburtstöpfen ausgestellt. Die Nachgeburt so würdig zu bestatten war bis zum
Anfang des 20.Jahrhunderts üblich. Eine mit Draht zusammengeflickte Abdeckhaube
für das Feuerloch weist auf das sparsame Haushalten hin. Äußerst mager war die
Ausbeute der Kleinfunde an Glasscherben. Hausrat aus Glas war teuer und rar.
Im Katasteramt sind 1823 ein Seiler, ein Weber, ein Schuster und ein
Schneider als Eigentümer des einst adeligen Hauses verzeichnet. Diese
Handwerkerfamilien hatten auch noch Anteile an den dazugehörigen Scheuern und
Nebengebäuden und verfügten über Baum - und Grasgärten. So lässt sich daraus
schließen, dass sie auch eine bescheidene Landwirtschaft umgetrieben haben.
Was mögen die Familien aus der gemeinsamen Schüssel gelöffelt haben?
Tierknochen zeigen, dass zwar Fleisch auf den Tisch kam. Jedoch sind die
gefundenen Mengen für die langen Zeiträume recht gering. Eier- und
Muschelschalen und über hundert Schneckengehäuse lagen unter den Böden.
Schnecken in einer sauren Brühe sei ein typisches Fastenzeitessen gewesen.
Die tägliche Nahrung wurde zumeist aus den Früchten des Ackers, Linsen, Bohnen,
Erbsen gekocht und dazu den Mehlbrei. Eine Roggenähre aus dem 19. Jahrhundert
zeigt im Vergleich mit einer heutigen Ähre, was durch Züchtung und Düngung
erreicht wurde. Noch bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bedeuteten Missernten
Hungersnot, die auch Todesopfer forderte. Die Auswanderungen nach Amerika 1846
bis 49 wurden, wie landesüblich, auch von der Oberlenninger Gemeinde
mitfinanziert.
Zerrissene Leinenstrümpfe, löchrige Kinderleinenschuhe, ein
zerfleddertes Kinderkleid aus Leinen sind in der Latrine gefunden worden.
Handspindeln und Spinnwirtel mit verschiedenen Verzierungen erinnern daran, wie
noch bis vor Jahrzehnten die Mädchen und Frauen in den Lichtstuben beisammen
waren. Flick -und Nähutensilien seien im ganzen Haus verstreut gefunden worden.
Und ein wenig Kinder -Krims -Krams kam auch aus der "Fundgrube" zutage:
Tonmurmeln, Holzkreisel und Kegel, ein Gummisauger, ein Holzpüpple. Fast zu
übersehen sind Papierfetzen aus einem Gebet- oder Liederbuch. Nicht in jedem
Haus war eine Bibel. Doch die Sprüche und Lieder aus solchen Andachtsbüchern
geleiteten die einfachen Menschen in ihren oft kargen Alltag hinein.
Der vordere Gewölbekeller im Schlössle ist ein idealer Ort für das
Hausmuseum mit den Zufallsfunden. Spuren von den noblen Erbauern mögen
nostalgische Gefühle wecken; die Reste der nachfolgenden Hausbewohner geben
einen Einblick in jene Zeiten ,als einfache Leute nicht nur ihre Suppe
gemeinsam auslöffeln mussten.
Das Hausmuseum kann während den üblichen Öffnungszeiten der Bücherei und des
Museums für Papier- und Buchkunst besichtigt werden:
Di. 11-18 Uhr, Mi. 15-18 Uhr, Do. 15-19.30 Uhr, Fr. 14-18 Uhr, Sa. 10-12 Uhr
und So. 14-17 Uhr.
Erika Hillegaart
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Förderkreis Schlössle
Kulturinteressierte Bürger und Bürgerinnen gründeten im Jahr 1982 den
"Förderkreis Schlössle" . Der Förderkreis nimmt denkmalpflegerische
und kulturelle Aufgaben rund um's Schlössle wahr. Lenningen und das
Lenninger Tal verfügen über nur wenige historische Zeugnisse der Vergangenheit
deshalb waren sie der Überzeugung, dass ein historisch so wertvolles
Renaissance-Gebäude wie das Lenninger Schlössle erhalten, restauriert
und von den Bürgern genutzt werden sollte und auch späteren Generationen
als Baudenkmal gegeben werden soll.
Zusammen mit der Gemeindebücherei bietet der Förderkreis mehrmals im Jahr
kulturelle Veranstaltungen an.
Werden Sie Mitglied im Förderkreis Schlössle. Die Mitglieder arbeiten
ehrenamtlich, Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben.
Kontaktadresse: Förderkreis Schlössle, Schlossrain 15, 73252
Lenningen (1. Vorsitzender: Wolfgang Guse, Starenweg 14, 73252
Lenningen-Oberlenningen, Tel. 5960)
Spendenkonto: Volksbank Kirchheim-Nürtingen eG, Konto-Nr. 377 22 0000 BLZ
612 901 20
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Schopflocher Alb
Im Südosten des Landkreises Esslingen liegt malerisch eingebettet zwischen
den Tälern von Lindach und Lauter die Schopflocher Alb. Sie ist ein
halbinselartiger Ausläufer des Albtraufs im Bereich der Kirchheimer Alb. Über
den Sattelbogen steht die Schopflocher Berghalbinsel mit dem Teckberg in
Verbindung. Ihre Hochfläche zeigt das abwechslungsreiche Relief eines durch
Kuppen und Trockentäler geprägten Hügellandes. Eine landschaftliche Besonderheit
stellen die beiden Naturschutzgebiete "Randecker Maar" und "Schopflocher
Torfmoor" dar, die auf vulkanische Ereignisse vor 16 - 20 Mio. Jahren im
Zeitalter des Miozän zurückgehen.
Die Schopflocher Alb ist reich an
herrlichen Ausblicken in Albvorland, Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten.
Burgen und Ruinen, Felsen und Höhlen, Schafweiden und Blumenwiesen in
bäuerlicher Kulturlandschaft verbunden durch ein Netz von Wegen laden zum
Wandern und Naturerleben ein.
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Schopflocher Torfmoor
Eine landschaftliche Besonderheit im Karstgebiet der Schwäbischen Alb stellt
das Schopflocher Moor dar. Seine Entstehung verdankt das Schopflocher Moor einer
wasserstauenden Tonschicht, welche durch Verwitterung des Basalttuffes eines
Vulkanschlotes entstand. Sie verhinderte die Versickerung des Oberflächenwassers
in das klüftige Kalkgestein. Der an dieser Stelle ursprüngliche vorhandene
Maarsee ist im Laufe der Zeit verlandet. Begünstigt durch die hohen
Niederschläge am Albtrauf konnte sich hier das einzige größere Hochmoor der
Schwäbischen Alb entwickeln.
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Von Ende des 18. Jahrhunderts an bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im
Schopflocher Moor Torf abgebaut. Diese Eingriffe, verbunden mit einer
großflächigen Entwässerung, führten schließlich zum Ruin dieses einzigartigen
Kleinods. 1931 gelang es dem Schwäbischen Albverein mit staatlicher
Unterstützung die letzten verbleibenden Torfhügel zu erwerben. Damit wurde
die Keimzelle für das bereits 1942 ausgewiesene Naturschutzgebiet geschaffen.
1983 wurde das Naturschutzgebiet auf 50 Hektar erweitert. Trotz der
Unterschutzstellung ging der Bestand moortypischer Tier- und Pflanzenarten
zurück. Die noch zahlreichen vorhandenen Gräben begünstigen bis heute die
Entwässerung und Austrocknung des Moores. Die Mineralisierung des Torfes
ermöglicht die Ausbreitung von Pflanzenarten, welche die Moorflora zunehmend
verdrängt. An Stelle der Hochmoorvegetation sind vielerorts Hochstaudenbestände,
Schilfröhrichte oder Weidengebüsche getreten.
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Die trockengelegten Flächen wurden früher landwirtschaftlich genutzt. Da die
Wiesen erst im Spätsommer oder Herbst gemäht werden konnten, diente das Heu
vorwiegend zur Stalleinstreu. Auf diesen spätgemähten, sog. Streuwiesen,
entwickelte sich eine besonders artenreiche Pflanzenwelt. Die Landwirtschaft hat
die Bewirtschaftung längst aufgegeben. Heute werden diese Wiesen im Auftrag des
Naturschutzes gemäht, um die Standorte seltener Pflanzenarten zu erhalten. Noch
finden sich im Schopflocher Moor kleinflächig Restbestände einer typischen
Moorflora. Ihr zukünftiges Vorkommen wird aber davon abhängig, ob es gelingen
wird, die Bedingungen für das Moor insgesamt wieder zu verbessern.
Der
zum Schutz der empfindlichen Vegetation angelegte Schwellenweg durch das Moor
ermöglicht dem Besucher, das Moor und seine Fauna und Flora kennenzulernen.
Weitere Informationen: http://www.naturschutz.landbw.de/servlet/is/67512/
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