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Neues aus Lenningen

Autor: Frau Dieterich
Artikel vom 28.11.2019

Forschungs- und Entwicklungsinstitut TECHNIKUM LAUBHOLZ

Am 20. November gab Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg im Oberlenninger Rathaus bekannt, dass das neue Forschungs- und Entwicklungsinstitut des Landes, das Technikum Laubholz auf den Betriebsflächen der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen in Oberlenningen angesiedelt werden soll. Der Haushaltsplanentwurf 2020/2021 des Landes enthält für dieses Laubholzinstitut in den nächsten zwei Jahren bereits 30 Mio. Euro. In das Technikum sollen in den nächsten 8 Jahren insgesamt 100 Mio. Euro an Investitionen fließen. Begleitet wurde der Minister bei dieser für die Gemeinde Lenningen frohen Botschaft von den Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz und Karl Zimmermann. Beide hatten sich für den Standort Lenningen eingesetzt, für den, auch nach Ansicht der Experten, zahlreiche objektive Kriterien gesprochen haben. 

Im künftigen Technikum Laubholz werden auch Partner aus der Wirtschaft mit im Boot sein. Bislang ist bekannt, dass „GreenCycle“, ein Unternehmen der Schwarz-Gruppe, dem größten Handelskonzern Europas (Lidl und Kaufland) sowie der Faserstoffhersteller Rettenmaier das Technikum unterstützen und begleiten werden. Neben weiteren Unternehmen wird außerdem eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten angestrebt. Das Technikum Laubholz soll als eine Einrichtung der baden-württembergischen Spitzenforschung bislang fehlende Innovationen im Bereich nachwachsender Rohstoffe auftun. Die Landesregierung beschreibt dabei die Entwicklung innovativer und hochwertiger Verwendungsmöglichkeiten für Laubholz als einen wirtschaftlichen und ökologischen Innovationsakzent für Baden-Württemberg. Damit werde die Erhaltung klimatoleranter Laubwälder und die ökologische Stabilität unterstützt. Mit neuen Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten soll das Technikum Laubholz auch dazu beitragen, die Entwicklungszeiten bei der Bereitstellung nachhaltiger Produkte deutlich zu verkürzen.

Minister Hauk wies ausdrücklich darauf hin, dass das Technikum Laubholz nicht nur Potenziale zur Erhöhung der regionalen Wertschöpfung eröffnen wird. Es biete auch die Möglichkeit zur schnelleren Umsetzung der Bioökonomiestrategie über den Ersatz erdölbasierter Produkte durch holzbasierte und umweltverträgliche Produkte. Auf Grundlage der bereits vorhandenen Technik soll das Technikum auch die Brücke von der Produktion im Labormaßstab zur industriellen Herstellung schlagen. So würden Carbonfasern aus dem nachwachsenden Rohstoff Laubholz zu einer enormen Wertschöpfung führen, da u. a. Fahrzeugkarosserien und andere Bauteile in Leichtbauweise ressourcenschonend produziert werden könnten. Alles in allem verknüpft das Land Baden-Württemberg an ein künftiges Technikum Laubholz hohe Erwartungen hinsichtlich Forschung, Entwicklung und Anwendung. Der Minister gibt zudem ein erfreulich hohes Tempo vor. Im 1. Halbjahr 2020 soll es mit dem Technikum losgehen und bereits in 2-3 Jahren erste Erfolge am Markt zu sehen sein. 

Die Ansiedlung des Technikum Laubholz in Lenningen eröffnet auch der Gemeinde neue Perspektiven und Chancen. So erfährt nicht nur das Betriebsgelände der ehemaligen Papierfabrik Scheufelen eine umfassende und zukunftsfähige Nutzung. Mit dieser Ansiedlung ist auch die Schaffung von hochqualifizierten Arbeitsplätzen verbunden. Auch, da mit dem Technikum weitere Pilotprojekte und Start-Ups angestoßen werden sollen, die dann in einer Campus-Umgebung zusammengebracht werden. Noch ist unklar, wie schnell sich das Technikum Laubholz entwickeln wird. Unbestritten ergeben sich aus dieser Ansiedlung aber große Chancen für die Gemeinde und die gesamte Raumschaft, von denen auch Gewerbe, Handel und Gastronomie profitieren können. 

Die Standortentscheidung des Landes erfolgte nach objektiven Kriterien, die für das Scheufelen-Areal sprachen. Mit zu dieser Entscheidung beigetragen hat jedoch auch das frühzeitige Signal der Gemeinde, eine solche Technikum-Ansiedlung zu unterstützen. U. a. hatte der Gemeinderat bereits im Mai diesen Jahres den Aufstellungsbeschluss zu einem Bebauungsplan für diese Flächen gefasst und darauf verwiesen, dass damit die planerischen Voraussetzungen auch zur Ansiedlung des Technikums geschaffen werden sollen.

Das Betriebsgelände der Papierfabrik Scheufelen mit seiner langen Tradition der Papierherstellung kann so in den nächsten Jahren mit dem Technikum Laubholz, (hoffentlich) zahlreichen Start-Ups und Gründerprojekten sowie der auf dem Areal ebenfalls angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Silphie Paper zu einem „KlimaCampus Lenningen“ mit hoher und effizienter interdisziplinärer Schwarmintelligenz werden.
Laubholz-Spitzenforschung, die es in der Form europaweit noch nicht gibt; die Entwicklung verlust- und emissionsfreier Produktionsformen; die Entwicklung ressourcen- und klimaschonender Bio-Produkte – und das alles in Lenningen! Das klingt hoffnungsvoll. Die Gemeinde will ihren Beitrag zu einer künftigen Erfolgsgeschichte leisten, so dass das Technikum Laubholz sein Potential voll ausschöpfen kann und damit auch große Chancen für die Entwicklung Lenningens eröffnet.