Der Gemeinderat tagte zuletzt am Dienstag, 03.03.2026 im Feuerwehrhaus in Unterlenningen.
Unter Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten und Bekanntgaben berichtete Bürgermeister Michael Schlecht von den Zuweisungen im Rahmen der Anschlussunterbringung von Geflüchteten. Die Gemeinde habe laut der Information des Landratsamts im Jahr 2026 28 Ukrainerinnen und Ukrainer sowie 9 nicht-ukrainische Flüchtlinge unterzubringen. Solange dies möglich sei, halte die Gemeinde an einer möglichst dezentralen Unterbringung im Gemeindegebiet fest.
Es folgte die Verabschiedung der Haushaltssatzung 2026, nachdem der Gemeinderat den Haushaltsplan 2026 zuvor in der Sitzung vom 10.02.2026 ausführlich beraten hat. Das geplante negative Ergebnis im Ergebnishaushalt 2026 beläuft sich auf -2.541.000 Euro. Der Zahlungsmittelbedarf beträgt -1.571.000 Euro. Der Finanzierungsmittelbedarf im Finanzhaushalt liegt bei -6.907.000 Euro. Nach den veranschlagten Planzahlen sinkt die Liquidität im Jahr 2026 um 8.478.000 Euro auf 10.522.000 Euro, im Finanzplanungszeitraum insgesamt auf 3.843.000 Euro (Stand Jahresende 2029). Kreditaufnahmen sind im Jahr 2026 und im gesamten Finanzplanungszeitraum bis Ende 2029 nicht vorgesehen. Der Gemeinderat verabschiedete die Satzung einstimmig. Die Wirtschaftspläne 2026 für die Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung beschloss der Gemeinderat ebenfalls einstimmig.
Bevor Norbert Brenner und Marc Ruf von der Rationelle Energie Süd GmbH (Geislingen/Steige) die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Nahwärmeversorgung öffentlicher Gebäude in der Ortsmitte Oberlenningen vorstellten, gab Klimaschutzmanager Michael Krieg Einblicke in den aktuellen Energiecontrolling-Report, in dem 26 kommunale Liegenschaften umfassend energetisch analysiert wurden. Die Auswertung zeigt, dass seit den jeweiligen Basisjahren der Wärmeverbrauch um 26 Prozent und der Stromverbrauch um 23 Prozent reduziert werden konnten; zugleich sanken die Treibhausgasemissionen um rund ein Viertel. Trotz teils kühler Witterung wurden damit nachhaltige Einsparungen erzielt, was auf ein konsequent verbessertes Energiemanagement und optimierten Gebäudebetrieb zurückzuführen ist. Auch finanziell wirkt sich dies deutlich aus: Bei aktuellen Energiepreisen ergeben sich jährliche Einsparungen von rund 117.000 Euro. Mehrere Gebäude, darunter die Sulzburghalle, die Grundschule Oberlenningen, die Häuser A und F am Schulzentrum sowie die Turn- und Festhalle Oberlenningen liegen signifikant unter den Referenzwerten für energieeffiziente Liegenschaften. Insgesamt dokumentiert der Bericht, dass sich die Gemeinde im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz auf einem sehr guten Weg befindet. Es schlossen sich die Ausführungen des beauftragten Büros an. Auf Basis umfassender Energieverbrauchsdaten und verschiedener Netz- sowie Erzeugungsvarianten (Wärmepumpe mit H2-Ready-Gaskessel, Wärmepumpe mit Biomassekessel sowie reiner Biomassebetrieb) wurden Investitions- und Betriebskosten bewertet. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein zentrales Nahwärmenetz aufgrund hoher Investitionskosten und Wärmeverlusten über die Gesamtversorgungsstrecke nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Als wirtschaftlichere und effizientere Alternative wird eine dezentrale Einzelversorgung der Liegenschaften bzw. die Versorgung durch benachbarte Liegenschaften angesehen. Entsprechend nahm der Gemeinderat die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Kenntnis und entschied mehrheitlich, den Aufbau eines Nahwärmenetzes in der Ortsmitte Oberlenningen nicht weiterzuverfolgen.
In der Sitzung wurde die erarbeitete Wirtschaftlichkeitsanalyse zum Photovoltaik-Ausbau auf kommunalen Liegenschaften von David Jagodzinski von der Albwerk GmbH & Co. KG (Geislingen/Steige) vorgestellt. Angesichts der sinkenden Einspeisevergütungen bei Photovoltaik-Anlagen wurden die kommunalen Standorte mit hohem Eigenverbrauch näher betrachtet. Konkret wurden das Feuerwehrhaus und die Sporthalle Unterlenningen sowie die Turn- und Festhalle Oberlenningen - jeweils in Varianten mit und ohne Batteriespeicher - näher untersucht. Für das Feuerwehrhaus und die Sporthalle wurde bei einer Anlagengröße von rund 99 kWp eine wirtschaftliche Betriebsführung nachgewiesen; mit Speicher könnte der Autarkiegrad deutlich steigen, jedoch bei höheren Investitionskosten und längerer Amortisationszeit. Für die Turn- und Festhalle Oberlenningen zeigen sich ebenfalls tragfähige Ergebnisse, wobei hier zusätzlich denkmalrechtliche Fragestellungen zu berücksichtigen sind. Auf Grundlage der Berechnungen beschloss der Gemeinderat, die Variante „Feuerwehrhaus und Sporthalle Unterlenningen ohne Speicher“ weiter vorzubereiten; die Investitionskosten hierfür liegen bei rund 160.000 Euro. Im Haushalt 2026 sind 200.000 Euro eingeplant.
Anschließend präsentierte Christian Gauger vom Büro Weber-Ingenieure GmbH (Freiburg) die Machbarkeitsuntersuchung zur Böschungssicherung an der Lauter im Ortsteil Brucken. Hintergrund sind erhebliche Erosionsschäden infolge mehrerer Starkregenereignisse, wodurch im Bereich der Kelterstraße in Brucken dringender Handlungsbedarf besteht. Von vier geprüften Varianten erwiesen sich lediglich ingenieurbiologische Lösungen als genehmigungs- und förderfähig. Nach Abstimmung mit dem Landratsamt Esslingen kommt ausschließlich die Variante 4 (Holzkrainerwand mit teilweiser Gewässerverschwenkung und ökologischer Aufwertung) für eine Förderung nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft in Betracht; der mögliche Fördersatz liegt bei bis zu 80 Prozent der Baukosten. Die geschätzten Gesamtkosten betragen rund 485.000 Euro zuzüglich erforderlichem Grunderwerb. Der Gemeinderat stimmte der Variante 4 grundsätzlich zu und beauftragte die Verwaltung, einen entsprechenden Förderantrag zu stellen. Zur kurzfristigen Gefahrenabwehr wurde bereits eine temporäre Sicherungsmaßnahme beauftragt.
Es schloss sich die Erhöhung der Benutzungsgebühren für die Gemeindebücherei an. Die letzte Erhöhung erfolgte zuvor zum 01.04.2024. Angesichts der seit dem Jahr 2024 weiter verschärften Haushaltslage der Gemeinde war eine erneute Anpassung der Benutzungsgebühren sachlich geboten. Der Gemeinderat beschloss die Benutzungsordnung mit den neuen Gebührensätzen einstimmig. Auf die nachstehende Veröffentlichung wird verwiesen. Die Jahresgebühr erhöht sich damit ab 01.04.2026 von 15,00 auf 20,00 Euro und die Einzelausleihe von 75 Cent auf 1,50 Euro. Durch die Erhöhung wird von Mehreinnahmen in Höhe von rund 1.100 Euro/Jahr ausgegangen.
Auch die Eintrittspreise im Museum für Papier- und Buchkunst, das ebenfalls im Schlössle untergebracht ist, wurden einstimmig erhöht. Erwachsene zahlen künftig 3,00 Euro (bislang: 2,00 Euro), Studierende und Rentner 2,00 Euro (bislang: 1,00 Euro) und Schülerinnen/Schüler 1,00 Euro (bislang 0,50 Euro). Gruppen bis 10 Personen zahlen bei Führungen 30,00 Euro, wobei jede weitere Person ebenfalls 3,00 Euro kostet.
Ferner beschloss der Gemeinderat die Erhöhung der Eintrittspreise für die Gutenberger Höhlen zur neuen, zum 1. Mai 2026 beginnenden Saison. Die Eintrittspreise wurden zuletzt 2012 angepasst. Seitdem sind allgemeine Betriebs- und Unterhaltungskosten (u.a. Personal, Energie, Instandhaltung) angestiegen und der jährliche Zuschussbedarf der Gemeinde hat sich kontinuierlich auf aktuell 19.000 Euro erhöht. Der Gemeinderat beschloss, die Einzelkarten zur neuen Saison für Erwachsene von 3,00 Euro auf 4,00 Euro und für Kinder (4 bis 16 Jahre) von 2,00 Euro auf 2,50 Euro zu erhöhen. Die Gruppenpreise ab 15 Personen betragen künftig 3,80 Euro (bislang: 2,80 Euro) und für Kinder 2,30 Euro (statt bislang: 1,80 Euro). Der Gruppenpauschalpreis für weniger als 15 Personen beträgt bei Erwachsenengruppen neu 45,00 Euro und bei Kindern 35,00 Euro.
Sie interessieren sich für die Ratsarbeit? Alle öffentlichen Sitzungsvorlagen sind immer auch aktuell im Ratsinformationssystem unter www.lenningen.de/gemeinderat abrufbar. Oder schauen Sie gerne bei einer Sitzung vorbei und informieren Sie sich aus erster Hand. Die nächste Sitzung des Gemeinderates findet am Dienstag, 17. März 2026 statt. Die Tagesordnung hierzu wird im Mitteilungsblatt am Freitag, 13. März 2026 veröffentlicht. |


